Frank Schätzing: Limit

Frank Schätzing hat bei mir den Ruf des deutschen Dan Brown weg. Ihr Stil ist einfach sehr ähnlich, auch wenn die Themenfelder sich unterscheiden. Auf Limit habe ich länger gewartet, bis es endlich als Taschenbuch verfügbar war. Nachdem er mit „Der Schwarm“ einen sehr engagierten, gut lesbaren und thematisch interessanten Thriller abgeliefert hatte (den ich während der Deepwater Horizon Affäre gruseligerweise gerade zum zweiten mal las) war ich sehr gespannt auf „Limit“ das statt in der Tiefe des Ozeans in den Höhen des Alls spielt.

Umso enttäuschter war ich, als ich auf den ersten 300 Seiten mit viel zu vielen unnötigen Charakteren und deren letztlich irrelevanten Lebensgeschichten konfrontiert wurde. Vorsicht: Laber- und Langeweile-Alarm! Die wie immer gut recherschierten und anschaulich dargelegten Details über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit und die Probleme der Raumfahrt konnten mich nicht so richtig fesseln. Besser wurde das Buch, als es auf die zweite Handlungsebene wechselte: Im modernen China lässt sich ein Hightech-Ermittler auf die Fährte einer Dissidentin ansetzen. Warum er zur Einführung und ohne weiteren Bezug zur sonstigen Handlung in der Hölle eines Kinderschänderrings ermitteln muss kann nur dramaturgischen Gründen geschuldet sein. Trotz dieses sinnlos-wiederlichen Einstands wuchs mir Jericho schnell ans Herz und seine Ausführungen über chinesische Kultur, die Wirtschaft Chinas und deren Auswirkungen auf den Rest der Welt erscheinen sowohl hoch spannend, als auch sehr interessant.

Leider hat Schätzing wohl an einigen Stellen zu sehr eine mögliche Verfilmung vor Augen – detailliert beschreibt er geradezu Drehbuchlike irrwitzige Actionszenen, die den erwachsenen Leser eigentlich eher langweilen, als Begeisterung hervor zu rufen.

Mein Fazit: Interessante Ansätze auf der zweiten Handlungsebene, aber insgesamt eher ein Buch, das man nicht die vollen 1293 Seiten lesen muss.

Limit gibt es als Taschenbuch.

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