Feb 27

Jesus und Obama

Angesichts der absurden Behauptungen über Barack Obama die ihm von Teilen der US-Öffentlichkeit täglich entgegenschwappt ist dieser Spruch einfach nur gut:
Obama & Jesus Bumper Sticker _ Zazzle_2015-02-27_14-06-29
Das ganze ist bestellbar als Aufkleber über www.zazzle.com

Und hier sieht man auch gleich mal wieder wie kontextabhängig Bewertungen sein können – oder würde irgendjemand in Deutschland den gegenwärtigen Präsidenten der USA als Kriegsgegner oder Sozialist bezeichnen?

Nov 30

Wetterbestelldienst beim NDR

Seit 2006 gibt es mein Projekt http://www.wetterbestelldienst.de. Wenn schon keine Schnapsidee, so doch zumindest aus dem wilden Fabulieren und Phantasieren mit Kollegen geboren, relativ flott umgesetzt, vollkommen sinnfrei  und  – und das ist das erstaunliche – überaus erfolgreich. Stand heute gibt es gut 16.000 „Bestellungen“, also ganz konkret Menschen, die eine gewisse Zeit ihres Lebens dafür aufgewendet haben, etwas online zu bestellen, wovon sie wissen, dass es nie geliefert werden wird. Und falls doch, dann nicht wegen ihrer Bestellung. Faszinierend. Und auch in den Medien gab es Echo: Webseite der Woche bei Bayern 3, Interviews mit zwei Radiosendern und jetzt sogar das Fernsehen. Sven Jaax produziert für den NDR eine Dokumentation über Wetterdienste und kam dafür letzte Woche extra mit zwei Kameramännern in Erlangen vorbei. Richtig spannend, was da alles an Technik aufgefahren wird – inklusive Kameraschienen im eigenen Arbeitszimmer. Im Februar wird voraussichtlich geschnitten Mal sehen, ob es für den Final Cut reicht.

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Das Team des NDR im heimischen Arbeitszimmer

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Da fühlt man sich ganz schön beobachtet.

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Schienen im Arbeitszimmer für die Kamerafahrt

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Ich durfte auch mal durch die Kamera schauen

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Sven Jaax vor dem NDR Bus

Aug 06

Passive FTP-Verbindungen mit PHP aufbauen

Klar kann man mit PHP problemlos eine FTP-Verbindung aufbauen. Was ich bisher nicht wusste ist, dass man diese Verbindung auch in den sog. „passiven Modus“ versetzen kann. Das wird leider bei vielen Providern benötigt. In PHP gibt es dafür den Befehl ftp_pasv(), den ich erst diese Woche (für mich) entdeckt habe. Das Thema hat mich leider in der Vergangenheit einige graue Haare und viele Workarounds gekostet – vielleicht kann ich das ja dem einen oder anderen ersparen.

Und noch eine Stolperfalle vorweg: ftp_pasv() kann erst nach (!) erfolgreichem FTP-Login verwendet werden, andernfalls liefert die Funktion immer false zurück 😉 Am besten an dem Beispiel im oben aufgeführten Link orientieren. Happy Coding!

Aug 05

Ecclestone & Co: Wer bietet mehr?

Der Fall Uli Hoeneß hatte eigentlich meinen Glauben an ein gerechtes Justizwesen gestärkt in dem keiner – auch kein „Geldadel“ – gleicher ist als der andere. Aber vielleicht hängt es ja doch nur von der Höhe der Summe ab?

Heribert Prantl von der SZ bringt es auf den Punkt: „Zahlt der Täter genug Geld ist die Sache aus der Welt“ scheint ein neuer (oder doch nur neu aufgewärmter) Rechtsgrundsatz zu werden. Der Vergleich mit dem Ablaßhandel ist gar nicht so weit hergeholt. Nur die Reformation wird vermutlich ausbleiben, da es keine Nebenjustiz geben kann. In der FAZ ist der Inhalt des – umstrittenen – Paragraphen der solche Deals erlaubt gut zusammengefasst. Das absurde hierbei ist, dass einerseits

„die Auflagen “ [in diesem Fall die Geldzahlung] “ geeignet sein müssen, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, und dass die Schwere der Schuld dem nicht entgegensteht.“

– beides Dinge, die ich im Fall Ecclestone und ähnlich gelagerten Fällen deutlich anzweifeln würde – und andererseits gilt:

„Wenn ein Gericht nach Eröffnung des Hauptverfahrens mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten ein Verfahren gegen Auflagen einstellt, ist dieser Beschluß nicht anfechtbar und damit rechtskräftig.“

Unabhängigkeit der Justiz ist eine feine und ehrenwerte Sache. Aber für solche Deals wünscht man sich eine strukturiertere Kontrollinstanz, als sie ein „Volkszorn“ sein kann.

Und was ich noch nie verstanden habe: Wie kann es sein, dass bei Delikten wie Betrug, Bestechung oder Steuerhinterziehung die Strafe oftmals ausgerechnet finanzieller Natur ist. Bei solchen Delikten sollten in allen nicht minder schweren Fällen meiner Meinung ausschließlich andere Strafformen (also Freiheitsentzug, Entzug von Möglichkeiten zur Ausübung von Ämtern etc.) zum Einsatz kommen. Denn Geld gegen Geld aufzuwiegen hat hier kaum abschreckende Wirkung. Dafür ist die Rechnung für die Täter zu einfach.

Jul 07

Fußball und Fairness

(Nicht nur) manchmal frage ich mich, ob den FIFA-Verantwortlichen eigentlich klar ist was für einen Milliardenmarkt sie bewirtschaften und wie dilettantisch sie das tun. Seit 2010 hat sich da eigentlich nicht viel an meiner Einschätzung geändert. Aber das nicht geahndete Foul an Neymar und die Geschehnisse rund um das Viertelfinale zwischen den Niederlanden und Costa Rica haben mich noch auf ganz andere Ideen gebracht:
Bekanntlich darf man ja nur drei Mal wechseln. Im Zweifelsfall bedeutet das, dass bei einer späten Verletzung des Torwarts ein Feldspieler ins Tor muss. Je skrupelloser ein Team agiert und teilweise absichtlich Spieler verletzt könnte das groteske Auswirkungen haben. Zum Beispiel wäre es denkbar (und angesichts der o. g. Geschehnisse vielleicht gar nicht mal so unrealistisch), dass eine Mannschaft die wirklich unbedingt gewinnen will direkt vor dem Elfmeterschießen den gegnerischen Torwart absichtlich verletzt um so einen erheblichen Vorteil zu erlangen. Ich frage mich mittlerweile, ob eine so grobe Unsportlichkeit überhaupt in relevanter Weise geahndet würde.

Zitate der Wahrheit (II): Aliens, Atheismus und Wahrscheinlichkeitsrechnung

Quote

„Es stellt für mich einen Widerspruch dar, dass aliengläubige Atheisten einerseits mit dem (nachvollziehbaren) Argument der Wahrscheinlichkeit für eine Existenz außerirdischen Lebens argumentieren, obwohl kein ernst zu nehmender Mensch von entsprechenden Kontakten berichtet und andererseits die Existenz Gottes kategorisch verneint wird, obwohl es sehr viele (und darunter viele ernst zu nehmende) Menschen gibt, die von sich behaupten Gott persönlich erlebt zu haben.“

Reiner E. Debel, Religionsphilosoph

Jul 03

Was ist das für eine seltsame Welt…

… in der es „erlaubt“ ist, dass Menschen auf Verdacht hin schlicht ermordet (Drohnenangriffe) oder jahrelang unter unmenschlichen Bedingungen ohne ordentlichen Prozess festgehalten werden (Guantanamo) und es gleichzeitig „verboten“ ist, offensichtlich vollkommen maßlose Praktiken von Geheimdiensten öffentlich zu machen (Edward Snowden).

Diejenigen die auf Befehl mit dem Joystick töten und nicht gegen unsinnige Befehle protestieren werden befördert, mit Orden dekoriert und reich entlohnt. Demjenigen, der das Unrecht anprangert werden alle Fallstricke in den Weg gelegt, die es nur gibt. Und alle Staaten spielen mit.

Nee – das verstehe ich nicht.

Jun 20

CSV-Daten in Excel und Word in eine Tabelle verwandeln

Immer wieder mal hat man es mit CSV (Comma Separated Values, also „durch ein Trennzeichen getrennten Werten“) zu tun. Zum Beispiel wenn man sich eine Liste herunterlädt.
Das sieht dann z. B. so aus:

Name, Vorname, Geburtstag
Potter, Harry, 01.04.1990
Granger, Hermione, 24.12.1990

Wenn man eine solche Liste in Word in eine Tabelle umwandeln möchte, gibt es den Befehl „Text in Tabelle umwandeln“, der sich ab Word 2010 leider nicht sehr intuitiv über den folgenden Klickweg finden lässt:

  1. Den CSV-Text markieren
  2. Registerkarte „Einfügen“ auswählen
  3. Den Pfeil unter dem Wort „Tabelle“ anklicken

=> Und „schon findet sich der gesuchte Menüpunkt

Excel (als „Tabellenkalkulation“) ist eigentlich recht geschickt im Umgang mit CSV-Daten. Immer wieder aber kommt es vor, dass Excel sie nicht sofort automatisch erkennt. Hier kann man über folgenden Klickweg zum Erfolg kommen:

  1. Den CSV-Text markieren
  2. Registerkarte „Daten“ auswählen
  3. Das Symbol „Text in Spalten“ anklicken

Warum beide Produkte aus dem gleichen Haus die gleiche Thematik so unterschiedlich behandeln, wird mir ein Rätsel bleiben.

Jun 06

Wenn Kinder ins Ohr flüstern

Mal wieder ein Gastbeitrag von Rainer E. Debel

Ein persönlich zugesprochenes Wort erfreut die meisten Menschen. Die höchste Form dieser Wertschätzung ist für viele ein geflüstertes Wort. Doch was den meisten Menschen wohlige Schauer freudiger Erregung über den Rücken laufen lässt, versetzt die meisten Eltern (sofern sie ihre Hörfähigkeit noch nicht eingebüßt haben, s. u.) in schiere Panik. Wenn Kindern ankündigen, dass sie einem etwas ins Ohr flüstern wollen, klingt das für Kinder- oder Ahnungslose zunächst einmal „süß“. Die Wahrheit sieht aber so aus:

  • Der Hauch des Todes – oder „Vorahnung ist die schlimmste Ahnung“: Bevor Kinder tatsächlich ihre Botschaft in Worte fassen, müssen sie sich erst einmal ein Herz fassen. Das kann dauern. Da sie während dieser Sammlungsphase (die natürlich direkt vor dem Ohr der Eltern stattfindet) aber immer noch lebende Wesen sind atmen sie. Zum einen atmen sie ein (dabei kommen teils längst vergessene Dinge aus dem elterlichen Ohr in den Mund der lieben Kleinen) und zum anderen atmen sie aus. Mangels anderer Möglichkeiten natürlich in den Gehörgang der vermeintlichen Botschaftsempfänger. Wer jemals ein leises Pieps in einem Tunnel abgesetzt und sich am sich stets verstärkenden Echo erfreut hat, kann vielleicht nachvollziehen was sich dort grauenvolles ereignet.
  • Trocken ist Silber – Spucken ist Gold Es heißt immer, dass Kinder (und übrigens auch alte Menschen) zu wenig trinken würden. Vielleicht stimmt das gar nicht (zumindest bei den Kindern). Vielleicht geht einfach nur zu viel Flüssigkeit beim Sprechen oder – noch genauer – beim Flüstern verloren. Dieser Eindruck mag sich einschleichen, wenn das Ohr nach einer Flüsterattacke trieft wie ein leckes Dach. Bewiesen ist es allerdings noch nicht. Man mag sich aber die dazu notwendigen Versuchsanordnungen gar nicht vorstellen.
  • Und nicht zuletzt: Kinder flüstern nicht: Das Konzept der für unbeteiligte Dritte unhörbaren Botschaft ist dem kindlichen Gemüt bis in ein überraschend hohes Alter fremd. Man kann dies auf noch nicht ausreichend ausgeprägte Empathiefähigkeit, noch nicht durchlittenen Physikunterricht oder mangelnde Lebenserfahrung zurückführen. Die Folge davon ist jedenfalls, dass am Ende einer geflüsterten Botschaft jeder im Raum diese klar und deutlich gehört haben wird außer dem vermeintlich intendierten Empfänger, der von der schieren Lautstärke und den damit verbundenen Schmerzen zu sehr davon abgehalten wurde, die Nachricht als solche wahrzunehmen. Nur Anfänger würden jedoch auf die Frage „Hast du mich verstanden“ mit „Nein“ antworten, denn was dies zur Folge hätte, kann man sich am ehesten als eine Endlosschleife elterlichen Leidens vorstellen.

Wenn also das nächste Mal ein Kind etwas ins Ohr flüstern will, dann ist Vorsicht geboten. Wohl dem, der über Ohropax verfügt oder frühzeitig den Spruch als Familienmotto etablieren konnte „Wer flüstert lügt!“