Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes

Bereits zum zweiten Mal habe ich mit erneut großer Freude diesen wunderbaren Schmöker gelesen. Seit Jahren auf diversen Bestseller-Listen und das zu Recht.

Die Story
Nebulös und geheimnisvoll entwickelt sich die Geschichte unglaublich gute Bücher, einen diabolischen gescheiterten Romanautor, einen 16jährigen Jungen und die Liebe seines Lebens, einen dämonisch skrupellosen Polizeioffizier, düstere Familiengeheimnisse und viele Randfiguren mit ihren eigenen Geschichten. Seit die Hauptfigur Daniel die Patenschaft für das Buch „Der Schatten des Windes“ von Julian Carax übernommen hat wird er immer mehr von dessen geheiminsvollem Leben in den Bann gezogen. Doch es gibt Fragen, die man besser nicht stellt und Teile in der Vergangenheit, die man besser unangetastet lässt, wenn einem das Leben lieb ist. Und dann sind da noch Clara und Beatriz – zwei sehr unterschiedliche weibliche Wesen, die in seinem Leben eine Rolle spielen. Und sein in der Gosse aufgelesener, nie um eine geschwungene Ausrede verlegener Freund Fermin…

Der Stil
Konsequent in Barcelona angesiedelt, entwickelt die Erzählung neben der unglaublichen Spannung und inhaltlichen Dichte auch einen lokalen Charme. Es werden mittlerweile sogar Stadttouren auf den Spuren des Romans angeboten und es gibt „Mit Carlos Ruiz Zafon durch Barcelona. Ein Reiseführer“ – allerdings nicht von Zafon selbst geschrieben.
Was den Stil des Buches ausmacht ist einerseits eine sehr mysteriöse Grundstimmung, die permanent präsent ist. Dies beißt sich keineswegs mit kurios-skurillen und teilweise auch recht Frivolen Nebensträngen. Man merkt, dass hier ein meisterhafter Erzähler am Werk war, denn beinahe jede Nebenhandlung alleine würde anderen Autoren vom Ideenreichtum her schon für ein Buch ausreichen. Durch dieses verschwenderische Zurschaustellen der eigenen Phantasie werden auch Längen vermieden – wo andere Autoren über 1000 Seiten brauchen würden, benötigt Zafon nur 562 – und als Leser schreit man nach mehr.

Meine Meinung
Dieses Buch lohnt sich auf jeden Fall. Da so vieles beim ersten Lesen gar nicht richtig beachtet werden kann, wird man es immer wieder lesen. Bewunderswert geschrieben. Nur Angst im Dunkeln darf man keine haben und allzu harmoniebedürftig sollte man auch nicht sein.

Der Schatten des Windes“ als Taschenbuch bei Amazon.

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