Andrea Maria Schenkel: Tannöd

Patente Bauersfrau schreibt Millionenbeststeller zu ungelöstem Bauernhofmord – ungefähr so liest sich die Entstehungsgeschichte von Tannöd, der der nach wie vor ungeklärte Mordfall von Hinterkaifeck zugrunde liegt. Tannöd wurde 2009 verfilmt und läuft derzeit in den Kinos.

Worum geht’s?
Auf einem einsamen Einsiedlerhof im Deutschland der 50er Jahre wird eine ganze Familie brutal ermordet aufgefunden. Die Familie war nicht beliebt und hatte einige virtuelle Leichen im Keller, die anhand von Zeugenaussagen im Zuge der Ermittlungen ans Licht kommen. Am Ende steht für den Leser fest, wer der Täter ist.

Und – wie war’s?
Der Aufbau des Buches ist nicht ganz so genial wie angekündigt. Zusätzlich zu den Zeugenaussagen, gibt es nämlich noch einige eingestreute Fragmente aus der Ich-Perspektive des Täters. Und dazwischen immer wieder mal pathetische Bauerngebete aus einem alten Gebetsbuch mit formelhaften Bitten zur Vergebung. Eleganter wäre es gewesen, den Täter am Schluss rein durch die Beobachtung der Zeugenaussagen festmachen zu können. Zudem fällt auf, dass – vom 8jährigen Mädchen bis zum Bürgermeister – die Zeugenaussagen sich sprachlich nur sehr wenig unterscheiden. Hier hätte mehr Genauigkeit und Differenzierung das Buch ebenfalls noch veredelt.

Das Buch ist sehr gut an einem Tag zu lesen und hat auf mich jetzt nicht den erhofften bleibenden Eindruck hinterlassen.

Tannöd gibt es als Taschenbuch und als Hörbuch.

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