Leon Uris: Exodus

Das Original dieses Buches ist von 1958 und ein echter Klassiker der Weltliteratur. Leon Uris – selbst Sohn einer polnisch-jüdischen Familie – beschreibt darin sehr eindrucksvoll die Geschichte der Juden zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Ereignisse, die zur Grüdung des Staates Israel führen.

Worum geht’s
Zur Zeit des britischen Mandats in Palästina wird aus Europa geflohenen Juden die Einreise nach Palästina verweigert und diese in Lagern auf Zypern an der Einreise gehindert. Erste geheime jüdische Militärorganisationen machen sich daran, einen medienwirksam inszenierten Auszug (Exodus) eines Flüchtlingsschiffs zu organisieren. Danach geht die harte Aufbauarbeit in neu gegründeten Siedlungen in Palästina los, die schließlich in der Gründung des Staates Israel mündet. Gleich zum Gründungstag wird Israel von mehreren Nachbarstaaten der Krieg erklärt und der israelische Unabhängigkeitskrieg nimmt seinen Lauf. In Rückblenden wird vom Leiden europäischer Juden vor und während der Nazi-Zeit erzählt. Exodus endet gegen Ende des Unabhängigkeitskrieges.

Mein Fazit
Das Buch ist in vielerlei Hinsicht starker Tobak. Die Grauen der Konzentrationslager werden sehr detailliert beschrieben. Ebenso die bereits vor dem Grundschulalter einsetzende militärische Ausbildung von Kindern. Beides Dinge, die man sich im 60-Jahre-Frieden-Staat Deutschland nicht vorstellen kann und mag. Im Verlaufe des Buches wird immer wieder die Bedrohung Israels von allen Seiten thematisiert, die ja offensichtlich auch existiert. Ein verrücktes Land, das wohl immer polarisieren wird.
Geschrieben ist das Buch relativ nüchtern. Ohne große Dramaturgie und sonstigen Schnickschnack. Teilweise liest es sich wie ein Zeitungsbericht. Sprachlich und inhaltlich merkt man, dass der Autor selbst als Soldat gekämpft hat und auch bei seinen Lesern implizit voraussetzt, dass diese den Krieg noch selbst erlebt haben. Historisch genauer und ausgeglichener soll das Buch „O Jerusalem“ sein, dass ich mir demnächst vornehmen werde.

„Exodus“ gibt es bei Amazon als Taschenbuch und DVD (verfilmt mit Paul Newman, 1960).

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