Marina Lewycka: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch

Ein großer Erfolg in Großbritannien. Cover und Titel wirken ungewöhnlich und machen neugierig.

Worum geht’s
Ein 87jähriger Witwer überrascht seine beiden seit dem Tod der Mutter zerstrittenen Töchter mit der Nachricht, dass er eine 36jährige Ukrainerin mit operativ vergrößertem Vorbau ehelichen möchte. Ein Kennenlernen zwischen Kindern und Stiefmutter vor der Hochzeit lehnt er ab. Es kommt wie es kommen muss: die neue Ehefrau entpuppt sich als interessierter am – nicht vorhandenen – Geld des Witwers, als an der Pflege desselben. Die beiden Töchter versuchen einzugreifen, was Ihnen in dem gleichen Maße besser gelingt, wie sie es schaffen mehr über die eigene Vergangenheit herauszufinden und sich wieder zu vertragen.
Der leicht debile Vater schwadroniert dabei immer wieder über sein Lebenswerk, eben die kurze „Geschichte des Traktors“ auf Ukrainisch.

Gut geschrieben?
Der Plot könnte ein Sozialdrama, eine Komödie oder ein sentimentales Rührstück werden, ist alles drei ab und an und doch etwas ganz eigenes. Die Autorin (deren eigene Vita stark an die protagonierende Tochter erinnert) schafft es anzurühren und Hintergründe über das Leben osteuropäischer Immigranten in England zu vermitteln. Ich hatte mir vorher mehr Witz erwartet, konnte aber über die geschilderten Begebenheiten nicht wirklich lachen. Macht aber nix, denn dafür habe ich ein interessantes Buch gelesen, dessen 355 Seiten man in ca. 2-3 Tagen locker durch hat. Was ich etwas schade finde, ist dass die Figur der Valentina eigentlich nur klischeehaft ist und keinerlei positive Aspekte hat. Da hätte man mehr draus machen können.

„Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ gibt es als Taschenbuch und als Hörbuch.

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