Markus Heitz: Die Rache der Zwerge

Der dritte und vorerst letzte Teil der Zwergen-Reihen von Markus Heitz liegt hinter mir. Nach dem zweiten Band hätte jetzt endlich mal an allen Fronten Ruhe herrschen können, aber nein – es geht so richtig zur Sache. Und zwar an so vielen Fronten gleichzeitig, dass man schon mal den Überblick verliert. Alte Bekannte (sofern nicht verstorben) und neue Feinde und Freunde geben sich den Schwertknauf in die Hand. Und am Ende des Buches sind längst nicht alle Fäden entwirrt, sondern im Gegenteil alles in gewisser Weise noch offener als zu Beginn. Und dieser gestaltete sich schon reichlich schwierig. Die Geschehnisse von fünf Zyklen (Jahren?) seit dem Ende von Teil 2 werden dem geneigten Leser vorenthalten. Was in dieser Zeit passierte bestimmt jedoch maßgeblich die aktuellen Gegebenheiten. Manches erfährt man im Laufe der Geschichte, einiges bleibt jedoch bis zum Schluß nebulös und somit auch unbefriedigend.

War Band 1 noch ein Buch über das Wesen der Zwerge an sich, musste Band 2 schon mit deutlich mehr Intrigen und Phantastereien aufwarten. Band 3 jedoch schlägt auch den Vorgänger locker im Bereich der eingebrachten Ideen. Aber weniger ist manchmal mehr und eine Konzentration auf die Hauptfiguren und deren charakterliche Entwicklung wäre mir oft lieber gewesen als noch ein neues Fabelwesen. Auch die konsequente Weigerung des Autors, die Liebesgeschichte zwischen Tungdil und Balyndis weiterzuschreiben wird wahrscheinlich nicht nur bei mir auf wenig Gegenliebe stoßen.

Insgesamt hat man zusammen mit Tungdil das Gefühl irgendwie keinen richtigen Bock mehr auf „Geborgenes Land“ zu haben. So klingt auch das Vorwort von Markus Heitz, der sich mit den Büchern über die Zwerge in die finanzielle Unabhängigkeit geschrieben und nach wie vor viele Ideen hat. Aber irgendwie reicht es ihm im Moment. Und mir nach dem dritten Band auch erst mal… Das Buch ist solide gemacht, aber nur für die Leser der beiden Vorgängerbände verständlich.

Die Rache der Zwerge“ bei Amazon für 15 Euro.

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