Sergej Lukianenko: Wächter des Zwielichts

Nachdem ich die beiden ersten Bände der selbsternannten Herr-der-Ringe-Konkurrenz aus Russland mit großer Begeisterung verschlungen hatte, kam jetzt der von mir langerwartete dritte Band: Wächter des Zwielichts. Die Story klingt etwas… nun ja… gewöhnungsbedürftig: Neben den Menschen gibt es noch „Andere“, die magische Fähigkeiten haben und teilweise unerkannt unter uns leben. Es gibt die Lichte und die Dunkle Seite und die neutrale Zwischeninstanz – die „Inquisition“. Über die Bänder hinweg erfährt man immer mehr über die Hintergründe, so dass ich hier nicht zu viel verraten möchte. Um das Gleichgewicht der Kräfte bzw. einen wackeligen Waffenstillstand zwischen beiden Seiten aufrecht zu erhalten wurden die Wachen gegründet – die Tagwache (die von Dunklen gestellt wird) und die Nachtwache der Lichten, die versuchen, die Aktivitäten der jeweils anderen Gruppe einzuschränken oder zumindest zu überwachen.
Was hebt das Buch jetzt von gängigen Büchern des Fantasy-Genre ab?

  • Zunächst mal die Tatsache, dass es tatsächlich spannend ist. So spannend, dass ich teilweise auf dem Weg zur Arbeit gebannt im Laufen weiterlesen musste.
  • Das Buch liest sich wie ein Spionage-Thriller. Bei den komplizierten Intrigen fällt es kaum auf, dass es hier um Fantasy geht.
  • Die Herkunft des Buches aus Russland wird an vielen Stellen deutlich. Die Schilderungen Moskaus (das den Schauplatz für die Bücher bildet), das Fehlen typisch amerikanischer Denkweise und Bezüge, ein paar europäische Verweise. All das lässt das Buch irgendwie „realistischer“ erscheinen, als so manches Buch aus den USA. (Falls man bei Fantasy überhaupt in Kategorien wie Realismus denken sollte)

Eigentlich dachte ich, dass nach diesem Band Schluss sein würde – doch am Ende wartete wieder der Hinweis auf den nächsten Band. Bin schon sehr gespannt…

Band 1: Wächter der Nacht
Band 2: Wächter des Tages
Band 3: Wächter des Zwielichts

Angekündigt ist bereits ein weiterer Band: Wächter der Ewigkeit – es gibt aber noch keine Bestellmöglichkeit.

P.S.: Es gibt auch einen Film zum Buch. Leider absolute Anti-Empfehlung. Teile des ersten und zweiten Bandes werden vermischt. Teilweise ist die Handlung ganz anders als im Buch – und zwar an wesentlichen Stellen. Dafür fragt man sich, wie man den Film verstehen soll, wenn man die Bücher nicht kennt. So vieles wird einfach nicht erklärt… Ganz schlecht.
P.P.S.: Auch ein Computerspiel zum Buch ist herausgekommen. Dazu kann ich leider kein Urteil abgeben.

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