Bernhard Finkbeiner/Hans-Jörg Brekle/Tino Heeg: Frag Vati

Denke ich an meinen Vater, denke ich an geballte Kompetenz in allen Lebenslagen. Der Untertitel „Das Nachschlagewerk für alle Lebenslagen“ suggeriert, dass in diesem Büchlein (denn mit 212 locker bedruckten Seiten ist es nun wirklich nicht dick) eben diese Kompetenz zum Nachschlagen käuflich zu erwerben sei. Angestachelt vom kommerziellen Erfolg des Vorgängers „Frag Mutti“ wurde hier meiner Meinung nach recht hastig ein alles andere als fertiges Buch auf den Markt geworfen, das seinem Anspruch nicht annähernd gerecht wird. Warum eigentlich?

1. Gut ein Drittel der Tipps sind reine Spass-Tipps, die bei mir maximal ein müdes Grinsen erzeugen, aber hauptsächlich Papierverschwendung sind

2. Die wenigen Tipps sind jeweils noch kommentiert von „der Jury“. Offensichtlich irgendwelchen Leuten mit deutlich zu viel Zeit. Leider auch redaktionell nur bedingt überarbeitet

3. An genau den Stellen, wo Vatis Rat von Nöten wäre schweigt das Buch. Zum Beispiel beim Thema Autokauf – da wird geraten jemanden mitzunehmen der sich damit auskennt. Super. Das wäre zum Beispiel …. Vati. Oh Wunder. Eigentlich wollte ich zum Beispiel genau das von diesem Buch wissen. Kommt wohl auch daher, dass auf dem Cover ein Auto abgebildet ist.

4. Viele Themen betreffen Dinge, bei denen ich ganz sicher nicht von meinem Vater eine Antwort erwarten würde. Gegen Ende des Buches geht es unter anderem um Kochrezepte (da war wohl noch was von Frag Mutti übrig…) und um Hochzeitsvorbereitungen (bei denen man in der Regel auch ohne elterliche Hilfe auskommen sollte)

Also an dieser Stelle keine Empfehlung. Das Buch ist hauptsächlich für den Eimer. Leider. Besser ist da der Besuch der Webseite der Autoren: www.frag-vati.de. Da gibt es das ganze kostenlos ohne nervige Rahmengeschichte und sogar noch mehr Tipps.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*