Ted Dekker: Black

Untertitel: „Die Geburt des Bösen“
Originaltitel: „Black. The Birth of Evil. The Circle. Book One.“

Ted Dekker war für mich zunächst ein gänzlich unbekannter Name. Nach ein bißchen Recherche stellt sich allerdings heraus, dass er ca. 1,7 mio Bücher weltweit verkauft hat… Unter anderem hat er auch ein Buch zusammen mit Frank E. Peretti geschrieben. Nun also „Black“ als erster Band einer Triologie.

Worum geht’s?
Thomas Hunter lebt parallel in zwei Welten – 2010 in der Welt wie wir sie kennen mit dem kleinen aber nicht unwichtigen Unterschied, dass sie in diesem Buch vor einer großen Katastrophe steht und in einer Welt, in der es eine klare Trennung zwischen Gut und Böse gibt. Immer wenn er einschläft, wechselt er seinen Aufenthaltsort und kann Wissen und Fähigkeiten, die er in einer der Welten erworben hat, in die jeweils andere mitnehmen. So erfährt er von der bevorstehenden Katastrophe und versucht diese zu verhindern. Dabei bleibt unklar, ob es sich um eine selbsterfüllende Prophezeiung handelt, sprich ob die Katastrophe ohne ihn ebenfalls seinen Lauf nehmen würde. Es gibt viele Parallelen zwischen den beiden Welten: Personen aus der einen scheinen in veränderter Form in der anderen Welt ebenfalls vorzukommen. Besonders verwirrend, als er sich in der einen Welt verliebt und in der anderen Welt eine scheinbare Entsprechung findet.
In der Fantasy-Welt (die dummerweise keinen Namen hat) wird in allegorischer Form die Geschichte des Paradieses und des Sündenfalles erzählt und durchlebt. Dabei werden sowohl für den paradiesischen Zustand, die Verführung und die Folgen derselben gute Allegorien gefunden.

Und wie war’s?
Das Buch hat Anlaufschwierigkeiten. Ich bin mit sehr hohen Erwartungen herangegangen und war am Anfang etwas enttäuscht. Der Nicht-Fantasy-Teil der Geschichte ist meiner Meinung nach zu platt und nicht glaubhaft genug. Die Hauptfigur erscheint mir an manchen Stellen ziemlich blöde. Trotzdem ein gutes Buch! Der Fantasy-Teil ist gut gelungen. Und ich bin schon gespannt auf den zweiten Band.
Sprachlich hält Ted Dekker auf jeden Fall mit Dan Brown und Frank Schätzing mit. Dramaturgisch könnte er noch etwas von den beiden lernen. Zu den besten Szenen gehören für mich die subtilen Verführungsversuche der dunklen Seite, z. B.:

„Nein, ich kann deine Frucht nicht essen.“
„Dann willst du also die Wahrheit nicht?“
„Ja, aber…“
„Ist es verboten die Frucht zu essen?“
„Nein“
„Natürlich nicht. Wenn es schädlich wäre diese Frucht zu essen, hätte Eljon es verboten. Aber es ist nicht schädlich, deshalb ist es auch nicht verboten. Es steckt nur Wissen und Macht darin. Nimm.“
Tanis warf einen Blick zurück auf den bunten Wald. Was die Fledermaus gesagt hatte, stimmte. Es war nicht schädlich die Fruch zu essen. In ihr war nichts Böses. Es war nicht verboten.
„Nur einen Bissen“, sagte Taleh. „Wenn du dann entdeckst, dass ich nicht die Wahrheit gesagt habe, lässt du es. Aber du bist es dir schuldig, es zumindest zu versuchen. Findest du nicht auch?“

Alle drei Bände sind 2004 im Viermonatsrhythmus auf englisch erschienen: Auf deutsch sind derzeit nur die ersten beiden erhältlich. Erschienen im Brendow-Verlag.

Black – Die Geburt des Bösen. Circle-Trilogie Band 1“ und „Black, English edition (Taschenbuch)“ gibt es bei Amazon.

Flash-Webseite zur Triologie: www.thecircletrilogy.com. Dort kann man auch gleich die Graphic Novels zu den Büchern sehen – wow!

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