Larry Collins/ Dominique Lapierre: O Jerusalem

Dieses Buch aus dem Jahr 1971 – geschrieben von den zwei amerikanischen Schriftstellern Larry Collins und Dominique Lapierre – ist eine Art Dokumentationsroman. Durch umfangreiche Quellenauswertung und Interviews mit den Beteiligten aller Seiten (Araber und Israelis) entsteht ein sehr umfassendes Bild von den Vorgängen in Palästina/Israel vom Zeitpunkt der UNO-Abstimmung über die Teilung Palästinas bis zum Ende des Ersten Israelisch-Arabischen Krieges 1949. Es ist schier unglaublich mit welcher Offenheit sich die Gesprächspartner anscheinend in den Interviews geäußert haben.

Das Buch liest sich nicht besonders flüssig. Obwohl immer wieder kleine Geschichten/Erinnerungen einzelner Personen eingebunden werden hat man stets das Gefühl in einem Dokumentationsfilm zu sitzen. Es gibt keinen zusätzlichen Handlungsstrang zu den echten Geschehnissen und auch keinen roten Faden. Recht trockene Kost also. Aber andererseits auch sehr spannend – denn was in dieser kurzen Zeit alles passiert ist, mag man kaum glauben.

Bei einem so hochbrisanten Stoff, der von beiden Seiten mit viel Propaganda und Emotionen belegt ist, darf sich ein Autor keinesfalls auf eine Seite stellen, wenn er vertrauenswürdig bleiben möchte (Gegenbeispiel: Exodus). Das gelingt den Autoren meiner Meinung nach sehr gut. Ich hatte stets das Gefühl, dass beide Seiten gleich fair behandelt wurden und fühle mich nach der Lektüre vor allem …. gut informiert (weniger gut unterhalten).

„O Jerusalem“ gibt es sehr günstig gebraucht als Taschenbuch.

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