Feb 26

Moviekritik zu „Lincoln“

Während „Django Unchained“ die emotionale Seite des Themas „Abschaffung der Sklaverei in den USA“ abdeckt, ist „Lincoln“ eher für den Kopf gedacht. Leider kommt der Film unter der Regie von Steven Spielberg so dröge daher wie eine Geschichtsstunde: Abraham Lincoln bewegt sein Gesicht in den ersten 110 (von 137) Minuten des Filmes praktisch überhaupt nicht und spricht entweder in gestelzter Sprache mit großem Pathos oder so gewollt lässig mit vermeintlich „kleinen Lichtern“, dass es dem Kinobesucher die Tränen in die Augen treibt. Und wenn er zum wiederholten Mal sinnloserweise zu einer (nur bedingt zur Situation passenden) Anekdote ansetzt, möchte man durchaus auch mal die Vorspultaste am Kinositz finden. Mehr als der namensgebende Protagonist überzeugt Tommy Lee Jones mit einer süffisant bärbeißigen Performance. Dramaturgisch ist kaum etwas geboten. Das „politische Genie“ Lincolns (auf einem gleichnamigen Buch basiert der Film) wird zwar teilweise deutlich, kann aber nicht recht überzeugen.

Inhaltlich interessant fand ich, dass meist über „die Neger“ geredet und entschieden wird. Mit den Schwarzen redet jedoch kaum jemand und diese erscheinen bis auf eine einzige Ausnahme auch in Washington immer nur als Dienstboten. Auch Lincoln redet mit der Zofe seiner Frau „von ihrem Volk“, das er nicht kennt und das ihm eigentlich herzlich egal ist. Auf der Basis wird kaum deutlich was die wahren Beweggründe für seinen Kampf für die Abschaffung der Sklaverei sind. Deutlicher – ohne zu viel verraten zu wollen – wird das beim Abgeordneten Stevens (Tommy Lee Jones) am Ende des Films. Eine echte Auseinandersetzung mit den Gründen für und gegen die Sklaverei findet hier also nicht recht statt.

Für 12 Oscars nominiert, nur zwei bekommen – „Lincoln“ sieht nach dem großen „Verlierer“ der diesjährigen Oscar-Verleihung aus, weil Erwartungen und Ergebnis so weit auseinander liegen. Nach meinem gestrigen Filmbesuch würde ich sagen: zu Recht. Hier wurde mit sehr viel Geld aus einem großen Thema ein teurer Film ohne echte Seele produziert. Es wäre einfach noch mehr drin (und auch angebracht) gewesen.

Jan 22

Moviekritik zu „Django Unchained“

Worum geht’s bei „Django Unchained„?

Die Südstaaten zwei Jahre vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg: Fiese degenerierte Weiße unterdrücken Sklaven. Ein drolliger Kopfgeldjäger kauft „Django“ frei, damit dieser ihn zu ein paar gesuchten Verbrechern führt. Im Gegenzug verspricht er, ihm bei der Suche nach seiner verschleppten Frau behilflich zu sein.

Und – wie war’s?

Slapstick, grandiose Dialoge und meterhohe Blutfontänen gemischt mit einem aberwitzigen Soundtrack – für Quentin Tranatino kein Widerspruch. Wie schon beim tollen Inglorious Basterds könnte der Film durch simples Schneiden einiger brutaler Szenen nur dazu gewinnen, aber damit ist bei diesem Regisseur nicht zu rechnen. Wenn man sich darauf einstellt und sich auf einen gut aufgelegten Christoph Waltz und einen ebenso fulminanten Jamie Foxx freut, dann kriegt man für sein Eintrittsgeld fast drei Stunden Unterhaltung die man nicht so schnell vergisst. Die filmischen und dramaturgischen Mittel sind drastisch, die Aussage „Sklaverei ist unmenschlich“ jederzeit zu unterstützen.

Schöne Zitate?

„Buchstabier mal deinen Namen!“ – „D-J-A-N-G-O – das D ist stumm!“

P.S.: … und danach wahrscheinlich am besten gleich in Lincoln – das wäre mal ein Double-Feature für echte Kinofreunde!

Jan 05

Die Spaghetti Bolognese Verschwörung

Ein Gastbeitrag meines alten Freundes Rainer E. Debel:

Ich muss es zugeben – ich bin ein Verschwörungstheoretiker. Aber einer der Recht hat und das auch beweisen kann. Im Gegensatz zu diesen angeblichen 9/11- oder Finanzmarktverschwörungen existiert nachweislich eine perfide Verschwörung, die ich nur als „Spaghetti Bolognese Connection“ bezeichnen kann. Was kann an Spaghetti schon so schlimmes sein, fragt man sich. Die Hersteller, die Konsumenten, die Umwelt – jeder mag doch Spaghetti und man liest nie ein schlechtes Wort darüber. Wo also ist das Problem? Ich muss vielleicht ein wenig ausholen…

Zum unausweichlichen Protokoll der obligatorischen Besuchsvorbereitungen von Familien mit Kindern gehört in das klärende Telefonat zwischen den beteiligten Müttern neben dem Abklären von Schlafplätzen und mitzubringenden Utensilien die Frage „Was essen eure Kleinen denn so“. In 99% der Fälle wird auch gleich hinterher geschoben „Mit Spaghetti Bolognese können wir doch nichts falsch machen, oder?“. Tatsächlich erfreuen sich die soßengetränkten Nudeln mit Fleischbrocken uneingeschränkter Beliebtheit über alle Generationen hinweg. Ein wesentlicher Grund, warum praktisch in allen Örtlichkeiten, in denen Kinder erwartet werden Spaghetti Bolognese auf der Speisekarte stehen. In nicht wenigen Fällen sogar als einziges Kindergericht. Sie sind also leicht herzustellen, praktisch überall verfügbar und treffen den Geschmack der Kundschaft – ein Teufelskreis für Eltern, die Wert auf saubere Kleidung legen. Denn üblicherweise endet – und hier kann man den Kindern nicht mal einen echten Vorwurf machen – jede Mahlzeit mit Spaghetti Bolognese in einem Disaster. Es fängt mit den Nudeln an. Werden sie nicht zerkleinert versuchen die lieben Kleinen sie als ganzes mit einem sirenenartigen Tonfall einzusaugen und verteilen damit großflächig die eigentlich zum Verzehr gedachte Soße auf Wangen und Kragen. Gerne auch auf die der Tischnachbarn. Werden die Nudeln löffelgerecht kupiert, fallen Sie natürlich mit einem satten Pflatsch beim Versuch der Zuführung in den Rachenraum in nicht zu vernachlässigender Anzahl und Größe zurück auf den Teller. Das Ergebnis ist somit das gleiche wie bei unzerteilten Nudeln, nur die Geräusche ändern sich. Auch aus einem anderen Grund ist die Entscheidung für oder gegen zerteilte Spaghetti eine rein akademische Angelegenheit (mit der die Eltern ebenso verzweifelt wie sinnlos versuchen Kontrolle in die längst aus derselben geratene Angelegenheit zu bringen), denn nach den ersten Schlürf- oder Platsch-Versuchen kommt ohnehin unweigerlich der Moment in dem der liebenswerte Sproß grinsend den Löffel zur Seite legen und die Masse in die Hand nehmen wird. Wegen des guten Geschmacks und der somit großen Motivation in kürzester Zeit die maximale Füllmenge zu erreichen wird gerne mit vollen Händen zugegriffen und gequetscht was geht. Was nicht geht (Achtung: Pflatsch!) wird bei der nächsten Iteration natürlich gerne wieder berücksichtigt. Je nach Alter des Kindes ist die Erfolgsquote besser oder schlechter. Eher jedoch letzteres, was natürlich für die Eltern die Frage aufwirft, ob das ewig so weiter gehen kann. Kann es natürlich nicht, denn bald treten zwei andere Kräfte in die Gleichung mit ein: Erstens wird der Soßenanteil durch die permanent auf die Nudeln wirkenden Flieh- und Druckkräfte so sehr verringert, dass der Geschmack nachlässt und nach Nachschub verlangt wird (quasi die einzige Verschnaufpause vor dem Finale, s. gleich) und zweitens lässt die Temperatur der Speise mit der Dauer nach. Das wiederum führt zu zunehmendem Desinteresse des Kindes, welches sich schließlich im Hinschieben des Tellers und einem vorwurfsvollen Blick oder tadelnden Wort sowie der Aufforderung, dass die geschätzten Erziehungsberechtigten den Rest dieser Mahlzeit bitteschön in Würde zu verspeisen haben äußert. Da vorher praktisch alle Vorräte auf die Kinderteller verteilt wurden, ist somit der Verzehr dieser Reste für die bespritzten Eltern oft die einzige Möglichkeit der drohenden Entkräftung entgegen zu wirken.

Warum also, fragt man sich, gibt es immer und überall wo Kinderaugen schelmisch blitzen Spaghetti Bolognese? Logisch ist das nicht zu erklären. Es muss sich um eine Verschwörung halten. Q.E.D.

Nov 27

Der 1-Minuten-Test zur IT-Kompetenz

Manchmal kann es so einfach sein, sich einen Überblick über die IT-Kompetenz seines Gegenübers (sei es eine Einzelperson oder ein börsennotiertes Unternehmen) zu verschaffen: Man startet eine Ordnersuche ab dem Stammverzeichnis und sucht gezielt nach den beliebten Ordnernamen „Neuer Ordner“ und/oder „New Folder“. Diese Anzahl setzt man in Relation zur Gesamtanzahl an Ordnern und bildet so einen Wert der im ungünstigsten Fall 1 und im besten Fall 0 beträgt.

Wenn das Ergebnis 0,1 überschreitet oder die absolute Anzahl an Treffern > 5 ist sollte man mit diesem Gesprächspartner entweder das Thema Computer weitläufig meiden oder Geld für Beratung verlangen.

Unbestätigten Gerüchten zufolge ist das die einzige echte Auswertung die bei Unternehmensberatungen zählt. Alles andere wird nur für die Berichte dazu erfunden.

Nov 12

Daniel Suarez: „Daemon“ und „Darknet“

Bei netten Kollegen hatte ich die beiden Bücher „Daemon“ und „Darknet“ ausgeliehen.

Worum geht es?

In „Daemon“ geht es nicht etwa um Auswüchse der Unterwelt, sondern um einen – sehr an Steve Jobs erinnernden – visionären und sehr vermögenden Spieldesigner der nach seiner Krebserkrankung die Welt durch einen sehr ausgefuchsten daemon der ganz konkrete Auswirkungen auf das reale Leben hat in Atem hält. Durch das automatische Verteilen winziger Auftragspakete an einzelne Firmen und Personen die voneinander nichts wissen, aber gemeinsam etwas bewirken passieren sehr viele Dinge, die die Weltordnung in Frage stellen.

In „Darknet“ ist der daemon so weit fortgeschritten, dass weite Teile der Gesellschaft unterwandert sind und eine neue Gesellschaftsordnung entwickeln, die alternative Formen der Energiegewinnung und gegenseitigen Interaktion erproben. Dazu nutzen die Darknet-Mitglieder u. a. ein HUD-Display, das frappierend an Googles Project Glass erinnert. Die derzeitigen Machthaber blasen zum Gegenangriff und es kommt zum großen Showdown.

Und – wie war’s?

Spannend – wenn auch für meinen Geschmack etwas zu actionlastig – geschrieben verbinden die Romane Gesellschaftskritik mit einer Variante von Science Fiction, die man schon fast als realistisch bezeichnen muss. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Theorie gewünscht, als anregende Unterhaltung aber auf jeden Fall zu empfehlen.

Sep 26

PostgreSQL: Mit date_part ein Datum zusammen setzen

Meine Problemstellung war diese:
In einer Tabelle sind Timestamps gespeichert. Diese möchte ich in einer Abfrage (ungern mit einer Function) auf Datumsangaben reduzieren und danach gruppieren. Die Tabelle sieht so aus:

CREATE TABLE public.tabelle (
  id SERIAL, 
  timestamp_event TIMESTAMP(0) WITHOUT TIME ZONE, 
  CONSTRAINT tabelle_pkey PRIMARY KEY(id)
) WITHOUT OIDS;

Grundsätzlich lässt sich mit PostgreSQL entweder über extract() oder mit date_part() arbeiten (s. dazu www.postgresql.org/docs/8.3/static/functions-datetime.html). Allerdings lässt sich hier nicht automatisch ein ganzes Datum(im Sinne von „01.04.2012“ sondern nur ein Tag („01“), ein Monat („04“) und ein Jahr („2012“) getrennt ermitteln. Wie bekomme ich das zusammen?

Meine Lösung:
Die einzelnen Datumsbestandsteile lassen sich mit || verketten. Mit ||‘.’|| wird daraus sogar etwas, was wie ein Datum aussieht (aber keines ist, sondern ein String!). Für meinen Anwendungszweck ist das aber vollkommen ausreichend. Das ganze sieht dann so aus:

SELECT 
count(t.id) as anzahl,
date_part('day', t.timestamp_event)||'.'||date_part('month', t.timestamp_event)||'.'||date_part('year', t.timestamp_event) as datum
from tabelle t
group by datum, anzahl
order by 1 DESC, 2 DESC

Vielleicht spart es ja jemandem ein paar Minuten Suche.

Sep 18

So ist der ehrliche mal nicht der Dumme

Man kennt ja die vorgedruckten Antwortumschläge von Firmen. Darauf prangt an der Stelle an der die Briefmarke zu vermuten ist meist ein Aufdruck.
Porto zahlt Empfänger“ ist eindeutig – die Firma lädt ein. Man nimmt gerne an.
Schwieriger wird es bei „Bitte freimachen„. Diese Bitte klingt ungefähr so wie „Bitte hier nicht rauchen“ und entspricht somit also eher einem freundlich formulierten Befehl.
Doch wie steht es mit „Bitte freimachen, falls Marke zur Hand„. Als Mann der offenen Worte habe ich schon vor Jahren für mich entschieden, dass ich – ob so viel Freiheit – eigentlich nie eine Marke zur Hand habe. Es gab noch nie Zustellprobleme solcherart versandter Briefe. Der ehrliche ist also mal nicht der Dumme. Dem Erfinder dieser Formulierung sei Dank.

Sep 23

Frank Schätzing: Limit

Frank Schätzing hat bei mir den Ruf des deutschen Dan Brown weg. Ihr Stil ist einfach sehr ähnlich, auch wenn die Themenfelder sich unterscheiden. Auf Limit habe ich länger gewartet, bis es endlich als Taschenbuch verfügbar war. Nachdem er mit „Der Schwarm“ einen sehr engagierten, gut lesbaren und thematisch interessanten Thriller abgeliefert hatte (den ich während der Deepwater Horizon Affäre gruseligerweise gerade zum zweiten mal las) war ich sehr gespannt auf „Limit“ das statt in der Tiefe des Ozeans in den Höhen des Alls spielt.

Umso enttäuschter war ich, als ich auf den ersten 300 Seiten mit viel zu vielen unnötigen Charakteren und deren letztlich irrelevanten Lebensgeschichten konfrontiert wurde. Vorsicht: Laber- und Langeweile-Alarm! Die wie immer gut recherschierten und anschaulich dargelegten Details über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit und die Probleme der Raumfahrt konnten mich nicht so richtig fesseln. Besser wurde das Buch, als es auf die zweite Handlungsebene wechselte: Im modernen China lässt sich ein Hightech-Ermittler auf die Fährte einer Dissidentin ansetzen. Warum er zur Einführung und ohne weiteren Bezug zur sonstigen Handlung in der Hölle eines Kinderschänderrings ermitteln muss kann nur dramaturgischen Gründen geschuldet sein. Trotz dieses sinnlos-wiederlichen Einstands wuchs mir Jericho schnell ans Herz und seine Ausführungen über chinesische Kultur, die Wirtschaft Chinas und deren Auswirkungen auf den Rest der Welt erscheinen sowohl hoch spannend, als auch sehr interessant.

Leider hat Schätzing wohl an einigen Stellen zu sehr eine mögliche Verfilmung vor Augen – detailliert beschreibt er geradezu Drehbuchlike irrwitzige Actionszenen, die den erwachsenen Leser eigentlich eher langweilen, als Begeisterung hervor zu rufen.

Mein Fazit: Interessante Ansätze auf der zweiten Handlungsebene, aber insgesamt eher ein Buch, das man nicht die vollen 1293 Seiten lesen muss.

Limit gibt es als Taschenbuch.

Sep 18

Alexey Pehov: Die Chroniken von Siala 1-3 (Schattenwanderer/Schattenstürmer/Schattentänzer)

Die Triologie „Die Chroniken von Siala“ mit den Titeln Schattenwander, Schattenstürmer und Schattentänzer hat mir im Sommer etliche angenehme Lesestunden beschert. Geschrieben wurde diese einfallsreich geschriebene Fantasy-Miniserie von Alexey Pehov (Jahrgang 1978!). Mit einer guten Mischung aus genretypischen Bestandteilen (Kämpfe, Orks, Die-Welt-muss-gerettet-werden), Neuschöpfungen (Walder die Stimme-im-Kopf, Hrad Spine die Grabkammer der Völker, Diebes-Kontrakte), eigenen Schwerpunktsetzungen (Zauberei vs. Schamanismus, Gildentum) und Umdeutungen (Vampire mal anders) hat mich diese Reisebeschreibung in seinen Bann gezogen.
Erzählt aus der Ich-Perspektive des Meisterdiebes Garret wird dieser mehr oder weniger gezwungen eine selbstmörderische Rettungsaktion zu unternehmen. Ihm werden einige Mitstreiter zur Seite gestellt, die dem Leser während der Erzählung ans Herz wachsen und deren Eigenheiten und Geheimnisse im Laufe der Handlung ans Licht kommen. Das ganze findet in einem stark an Mittelerde erinnernden Setting statt, hält aber einige Besonderheiten bereit. Selbst eine philosphische Komponente fehlt nicht. Interessant fand ich, dass – entgegen dem allgemeinen Trend – keinerlei romantische Verwicklungen den Handlungsfluss stören.

Das Ende ist leider für meinen Geschmack etwas zu wenig pathetisch und fad, aber dafür stimmen die Details während der gesamten Lektüre. Hier hat nicht nur jemand eine Story abgeliefert, sondern sich ernsthaft Gedanken über eine ganze Welt gemacht. Sehr sympathisch. Auch an Humor mangelt es nicht.

Zum Lesevergnügen trug aber auch die tolle Übersetzung von Christiane Pöhlmann bei, die sich ja schon bei der Übersetzung der „Wächter der Nacht“-Bücher verdient gemacht hatte. Selbst die Wortspiele von Personen- und Ortsnamen scheinen durch und sorgen für ein gelungenes Gesamtbild.

Die Chroniken von Siala gibt es als Taschenbücher:
Schattenwanderer: Die Chroniken von Siala 1
Schattenstürmer: Die Chroniken von Siala 2
Schattentänzer: Die Chroniken von Siala 3

Jun 28

Peter Wiechmann (Autor), Rafael Méndez (Illustrator): Dietrich von Bern

Als bekennender Fan der Prinz Eisenherz Bände und ausgestattet mit trüben Kindheitserinnerungen zu der Sagenwelt von Dietrich von Bern habe mich freudig in das Leseabenteuer der bei Cross Cult erschienenen Hardcover Ausgabe gestürzt.

Schnell war klar: Die beiden Geschichten haben zwar das Genre gemeinsam, unterscheiden sich aber in Ausstattung, Anspruch und anvisiertem Leserkreis deutlich.
Sprachlich sind die Bände sehr gelungen. Sie schaffen es den Spagat zwischen stoffgerechter Sprache und verständlichem Deutsch ohne allzu schwulstigen Überhang zu realiseren. Die Zeichnungen sind für sich genommen sehr anmutig geraten, lassen aus meiner Sicht aber teilweise den Bezug zum Text vermissen und sind mir nicht eingängig genug. Die Details, die mit der Handlung zu tun haben, treten für meinen Geschmack zu oft hinter gemäldeartigen Klischeedarstellungen zurück. Immerhin sind die männlichen Figuren realistisch (und nicht überzogen muskelbepackt) dargestellt. Bei den weiblichen Figuren scheint dem Zeichner allerdings die Phantasie etwas durchgegangen zu sein.

Größtes Manko aus meiner Sicht ist allerdings die Handlungslinie, die allzu oft eine Dramaturgie vermissen lässt und vor allem am Ende einfach nicht abgeschlossen wurde. Da müssen dann etliche Textseiten das Ende der Geschichte erzählen – für mich unbefriedigend für eine abgeschlossene Ausgabe. Positiv hervorzuheben sind nach Kapiteln eingestreute mehrseitige Informationstexte, die nicht trocken, sondern oft etwas kauzig geraten sind, dafür aber manchmal die nötige Objektivität vermissen lassen.

Insgesamt eine verbesserungsfähige Ausgabe, die mich persönlich leider nicht vom Hocker gerissen hat, obwohl sie qualitativ absolut hochwertig ausgestattet ist. Der Preis ist im Vergleich zu anderen Graphic Novels dafür noch moderat zu nennen.

Alle drei Bände gibt es als schöne Hardcover-Ausgabe:
Dietrich von Bern 1: Ruhm
Dietrich von Bern 2: Verrat.
Dietrich von Bern 3: Rache