Jan 14

2 neue Bücher und ein neues Hörbuch zu Adrian Plass

Von meinem Lieblingsschriftsteller sind wieder einige neue Bücher angekündigt bzw. verfügbar:
1. „Jetzt reicht’s aber“ – ein Andachtsbuch über die Stellen in der Bibel, die man gerne mal unter den Tisch kehrt. Bin schon sehr gespannt.
2. „Das Tagebuch eines frommen Chaoten“ als Hörbuch, gesprochen von Markus Maria Profitlich (eine Lesung durch Andreas Malessa gab es ja schon länger)
3. „Bacon Sandwiches and Salvation: An A-Z of the Christian Life“ – ein sicherlich sehr witziges und trotzdem nicht nur oberflächliches Buch.

Mehr dazu auch unter: Infos zu den Neuerscheinungen bei www.adrianplass.de

Jan 14

Ralf Isau. Der Kreis der Dämmerung III: Der weiße Wanderer

Im dritten Band muss sich David weitestgehend alleine herumschlagen. Meine Hoffnung, dass sich Rebekkas Tod (der im zweiten Band behauptet, aber nie zweifelsfrei festgestellt wird) irgendwie doch noch als Trugschluss herausstellt, wurde leider enttäuscht. Stattdessen arbeitet David verdeckt in Korea, tritt gegen den Einsatz von Atombomben ein und spioniert ehemaligen Nazis in Südamerika hinterher. Nebenbei erfährt er einige wichtige Details über den Kreis der Dämmerung und trifft am Ende auf einen alten Weggefährten.
Dieses Buch ist das bisher dünnste – und leider nicht nur, was die Seitenzahl betrifft. Man hat das Gefühl, Ralf Isau sei leider nicht mehr viel eingefallen und so schippert der Plot etwas halbgar hin und her, ohne wirklich voran zu kommen. Teilweise langatmig und mit wenig Neuem. Daher nur bedingte Leseempfehlung – der einzige Grund dieses Buch zu lesen ist, dass man die Geschichte zu Ende bekommen möchte.

Als Taschenbuch z. B. bei Amazon: Ralf Isau. Der Kreis der Dämmerung III: Der weiße Wanderer für ca. 8 Euro.

Jan 03

Ralf Isau. Der Kreis der Dämmerung II: Der Wahrheitsfinder

Im zweiten Band des Vierteilers geht es um die Jahre 1925-1950. Naturgemäß ist diese Zeit geprägt vom Erstarken und Scheitern des Nationalsozialismus in Deutschland. Genau dort hin begibt sich das Jahrhunderkind David mit seiner jüdischen Frau Rebekka. Die Grenzen zwischen seiner Verfolgung der Mitglieder des Kreises der Dämmerung und seiner eigenen Verfolgung verschwimmen immer wieder. Am Ende steht er vor einem Scherbenhaufen, ist aber mehr denn je gewillt, seiner Bestimmung zu folgen.
Eindrücklich und mit viel Hintergrundwissen schilder Ralf Isau, wie es in Deutschland zur Katastrophe kommen konnte. Über die Darstellung der Geschichte eines Hauses mit mehreren Mietparteien unterschiedlicher Herkunft werden die politischen Entscheidungen, die David als Time-Reporter begleitet mit persönlichen Schicksalen verquickt und dadurch lebendiger und erlebbarer. Geschichtsunterricht auf einer anderen Ebene (was man überhaupt über die ganze Serie sagen kann). Außerdem gibt es noch eine schöne (wenn auch stark klischeebehaftete) Liebesgeschichte zu durchlesen.

Als Taschenbuch z. B. bei Amazon: Ralf Isau. Der Kreis der Dämmerung II: Der Wahrheitsfinder für ca. 9 Euro.

Dez 31

Moviekritik zu „Das Leben der Anderen“ online

Kurz nach Weihnachten habe ich den Film „Das Leben der Anderen“ auf DVD angesehen. Was sich uebrigens besonders lohnt, da es einige zusaetzliche Szenen gibt. Nach der Ostalgie-Klamotte „Sonnenallee“ und dem engagierteren Was-waere-wenn-Spiel von „Good Bye Lenin“ musste sich offensichtlich erst mal ein Wessi erbarmen, um der mittlerweile teilweise verklaerten DDR einen wichtigen Aspekt im Kino zurueckzugeben – die Tatsache, dass da ein Unrechtsregime seine eigenen Buerger in einer Form ueberwacht hat, die jeglichen Vergleich spottet. Die Moviekritik dazu unter Moviekritik zu Das Leben der Anderen.

Dez 31

Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken

Das Buch hat es in sich. Der Spiegel-Kolumnist hat seine eigenen – teilweise sehr einfachen – Erklaerungen fuer die zunehmenden Probleme zwischen dem „alten Europa“ und dem politischen Islamismus. Ein sehr scharfzuengiges Buch mit vielen Schuldzuweisungen im Sinne von „selber Schuld, wenn sich Europa nicht wehrt“. Aber sehr gut geschrieben (im Sinne von unterhaltsam und nicht langweilig). Was man dem Buch zugute halten muss ist seine Direktheit, die sich nicht hinter Worthuelsen versteckt, sondern Tacheles redet. Was es hingegen nicht bringt (und auch nicht bringen will) ist ein sehr differenziertes Bild und echte konkrete Loesungen, die nicht nur plakativ klingen sondern auch praktikabel sind.
In der Laufenden Diskussion sicher eine Stimme, die einige berechtigte Anliegen vorbringt, die im normalen Nachrichten-Einheitsbrei zu oft untergehen oder gar nicht erst ins Gespraech gebracht werden. Andererseits ist es auch mehr als bedauerlich, dass die Methoden im Kampf gegen den Terror nicht genug hinterfragt werden, sondern mit einem Schulterzucken und als Kollateralschaden abgetan werden. Schliesslich muessen die zu verteidigenden Werte mit den Mitteln verteidigt werden, die diesen Werten entsprechen, um nicht selbst obsolet zu werden.
Zudem werden fuer meinen Geschmack manche Metaphern etwas zu oft wiederholt und manche Exkurse hinterlassen bei mir den Eindruck, dass da einfach irgendwelche persoenlichen Rechnungen beglichen werden, auch wenn es eigentlich grade gar nicht zum Thema gehoert.

Trotz allem ein Buch, das nachdenklich macht und ein Diskussionsbeitrag.

Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken gibt es z. B. bei Amazon

Dez 27

Moviekritiken zu Thank you for Smoking und FC Venus online

Über die Feiertage habe ich zwei sehr unterschiedliche Filme angesehen: FC Venus handelt von einem Fußballspiel „Männer gegen Frauen“, bei dem es nicht nur um die Ehre sondern generell um die Frage geht, wie wichtig Fußball wirklich ist. Die Moviekritik zu FC Venus ist online.
Im Gegensatz zu diesem netten eher harmlosen Filmchen ist „Thank you for Smoking“ ein rabenschwarzer fieser Film, der den Alltag eines gewieften und „moralisch flexiblen“ Tabak-Lobbyisten zeigt. Es gibt eine Moviekritik zu Thank you for Smoking und ich habe auch einen Blog-Eintrag eines unverbesserlichen dazu gefunden.

Dez 24

Ralf Isau. Der Kreis der Dämmerung I: Das Jahrhundertkind

Von einer Freundin wurde mir der vierbändige Zyklus von Ralf Isau „Der Kreis der Dämmerung“ empfohlen. Nach dem Lesen des ersten Bandes muss ich sagen: keine schlechte Empfehlung. Jeff Fenton, ein einfacher Küchenjunge erfährt durch Zufall vom Jahrhundertplan eines Geheimbundes, der die Menschheit vernichten möchte. Sein Sohn wird mit besonderen Fähigkeiten geboren und soll diesen Plan vereiteln. So weit so gut. Klingt alles schon ein bißchen wie öfters gehört. Und trotzdem hebt sich dieses Buch angenehm von den vielen Harry Potter Klonen ab. Zum einen, weil die besonderen Fähigkeiten etwas ungewöhnlich sind: Wahrheitsfindung, Überzeugungskraft, Sekundenprophetie und Farbgebung klingen ungewohnt und sorgen für interessante Aspekte. Außerdem orientiert sich das Buch an den historischen Fakten des 20. Jahrhunderts. Das heisst, man lernt eine ganze Menge über die Geschichte des letzten Jahrhunderts und erkennt einige Zusammenhänge neu. Und schliesslich ist das Buch von einem deutschen Schriftsteller geschrieben, was man an einigen Stellen auch merkt. Interessant auch, dass er sich gut mit religiösen Zusammenhängen auskennt und die (christliche) Religion bei ihm nicht ständig als Sündenbock herhalten muss (wie so oft in historischen Romanen), sondern er sich kritisch aber fair mit ihr auseinandersetzt.
Nach 670 Seiten hat der Held (der im Laufe des Buches öfters seinen Namen wechseln muss) viel erlebt und ist bereit, sich seiner Bestimmung zu stellen. Dabei ist er gerade mal 25 und es ist schon jetzt klar, dass er noch einiges vor sich hat. Angenehm geschrieben (wenn auch mit einem stark düsternen Unterton), leider mit vielen Toten (gerade auch lieb gewordene Charaktere werden schnell mal geopfert) und mit einer geschickten Mischung aus historischen Fakten und spannender Fantasy – macht Lust auf mehr.

Zu kaufen bei Amazon auf deutsch für ca. 9 Euro (Taschenbuch).

Nov 30

Sue Townsend: Adrian Mole and the Weapons of Mass Destruction

Dem bisher und voraussichtlich auch generell letzten Band der Serie merkt man an, dass er erst 2004 veröffentlicht wurde. Anders als die anderen Bände gibt es hier als eine Art roten Faden Tony Blairs Aussage, dass Saddam Hussein im Irak Massenvernichtungswaffen habe, die innerhalb von 45 Minuten Zypern erreichen könnten. Adrian Mole glaubt dieser Aussage voll und ganz und verteidigt sie über das ganze Buch hinweg, obwohl sein Sohn in den Krieg zieht und dessen bester Freund dort auch umkommt. Insofern „fehlt“ dem Buch die mehr oder weniger ziellose Albernheit der Vorgänger und hat quasi eine Botschaft, die vermittelt wird.
Adrian Mole muss dabei einiges durchmachen: Als Verkäufer in einem Buchladen verdient er eigentlich viel zu wenig, um sich ein schickes Loft leisten zu können. Dank seiner scheinbar genialen Umverschuldung von einer Kreditkarte auf die nächste schafft er es jedoch sich die Realität relativ lange vom Leib zu halten. Anders als bei der psychopathischen Marigold, die es auf ihn abgesehen hat und versucht ihn mit allen Mitteln der Kunst an sich zu binden. Adrian durchschaut ihre Durchtriebenheit dabei selten und ist einfach viel zu nett, um den radikalen Bruch zu vollziehen – dabei ist ihre Schwester das genaue Gegenteil von ihr.

Ein nettes Zitat dazu:

Later, when we were lying in bed, Daisy asked me, if there was anything I didn’t like about her.
I said, „Your swearing“, and asked if there was anything she didn’t like about me.
She said, „You read too many fucking books.“

Insgesamt erscheint das Buch deutlich gereifter, immer noch sehr witzig, aber nicht mehr ganz so verzweifelt wie der Vorgänger. Manchmal möchte man Adrian aber immer noch am liebsten erwürgen, wenn man liest wie blöd er sich anstellt. Die Rahmengeschichte des Irak-Kriegs in einem witzigen Roman unterzubringen ist gewagt, funktioniert aber. Hut ab vor diesem Meisterstück.

Da Sue Townsend aufgrund von Diabetes erblindet ist und ihr das Schreiben sehr schwer fällt, wird es wahrscheinlich keinen weiteren Band geben. Ihr Erfahrungen mit der Erkrankung spiegelt ja im gewissen Maß die Figur des Nigel wieder. Möge Adrian Mole in Frieden mit Daisy alt werden…

Adrian Mole and the Weapons of Mass Destruction gibt es bei Amazon auf englisch und auf deutsch.

Nov 21

Interview mit Titus Müller zu „Die Siedler von Vulgata“

Durch Vermittlung von Justus Hotte von der Alpha-Buchhandlung Gießen habe ich die Gelegenheit erhalten, ein Online-Interview mit Titus Müller (s. Besprechung zu „Die Siedler von Vulgata„) zu führen:

www.endlich-nerd.de (EN): Hallo Herr Müller, Ich habe vor kurzem Ihren Roman „Die Siedler von Vulgata“ verschlungen. Ich fand ihn sowohl spannend, als auch angenehm zu Lesen und zum Nachdenken anregend. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, statt einem historischen Roman ein Buch über Außerirdische zu verfassen? Glauben Sie selbst an außerirdisches Leben/außerirdische Intelligenz oder ist dies nur ein fantastischer Kontext für Ihr Buch?

Titus Müller (TM): Hallo Herr de West. Was für ein schöner Name! Zum Sciencefiction-Roman kam es durch eine Begegnung mit Klaus Frick, dem Chef der größten Weltraumserie der Welt: Perry Rhodan. Er fragte mich, ob ich als Gastautor einen Roman für die Serie schreiben würde, und ich hatte Lust darauf, mal „Urlaub in der Zukunft“ zu machen. Dieser Roman bildet nun den ersten Teil der „Siedler von Vulgata“. Ob ich selbst an außerirdisches Leben glaube? Selbstverständlich! Gott ist ein Außerirdischer. Die Engel genauso. Außerdem werden in der Bibel im Buch Hesekiel derart seltsame Geschöpfe beschrieben, daß ich keine Zweifel daran habe, daß Gott beim Erschaffen des intelligenten Lebens anderswo genauso kreativ war wie bei unserer irdischen Schöpfung.

EN: Sie wurden für Ihr Buch mit dem C.S.-Lewis Preis ausgezeichnet. Durch die Verbindung von philosophisch-christlichen Inhalten mit Science Fiction drängt sich eine Parallele zur Perelandra-Trilogie ja geradezu auf. War diese für Sie eine Inspirationsquelle und was hat Sie daran besonders beeindruckt?

TM: Es ist etliche Jahre her, daß ich die Perelandra-Trilogie gelesen habe. Aber ich erinnere mich, daß ich bis tief in die Nacht nicht aufhören konnte zu lesen, so gefesselt war ich, vor allem vom dritten Band. Ob mich die Romane beeinflußt haben? Sicher. C.S. Lewis schildert beispielsweise die Engel – er nennt sie Eldila – konsequent als ehrfurchtgebietende, fremdartig schöne Lebewesen. Sie sind bei ihm Außerirdische, nicht dreijährige Menschen mit Taubenflügelchen. Ich bin überzeugt davon, daß er der Realität nähergekommen ist als die meisten Kirchengemälde.

EN: Ihr Buch ist voller Verweise auf biblische Geschichten und auch der Blickwinkel der Hauptfigur ist ein spezifisch christlicher. Glauben Sie,
dass man das Buch ohne Bibelkenntnisse „verstehen“ kann?

TM: Ich habe nach dem Erscheinen der „Die Siedler von Vulgata“ ungewöhnlich viel Leserpost bekommen, mitunter Dutzende Mails und Briefe am Tag. Deshalb kann ich mit Überzeugung sagen: Die Leser haben den Roman verstanden, ob sie nun Christen waren oder nicht.

EN: In vielen Bereichen der Handlung scheinen die jüdischen Urväter und die Richter-Erzählungen der Bibel Pate gestanden zu haben. Sehen Sie diese Parallelen und waren sie beabsichtigt?

TM: Da müßten Sie konkreter sagen, was Sie meinen. Ich vermute, daß vieles unbewußt hineingekommen ist. Ich habe beim Schreiben nicht überlegt: Was könnte ich mal noch aus der Bibel übernehmen? Meine Grundfrage war vielmehr, was nach etlichen Jahrhunderten aus der Kirche werden könnte, und wie sie zu ihren Ursprüngen zurückfinden kann.

EN: Im Umgang mit dem Alten Testament stellt sich oft die Frage nach (Feindes-)Liebe und (Staats-)Gewalt. Wie lösen Sie für sich diesen
Konfliktbereich? Wie ordnen Sie die verschiedenen im Buch dargestellten Konzepte ein?

TM: Feindesliebe ist ein Thema im Roman. Das andere ist für mich aber nicht die Staatsgewalt, sondern Darwins Grundsatz des „Survival of the fittest“. Die Galchinen leben in ihrer Gesellschaft streng nach dem Grundsatz, daß der Stärkere im Recht ist. Schon nach dem Schlüpfen töten sich die jungen Galchinen gegenseitig, bis nur noch die Stärksten überleben. Sie empfinden das nicht als falsch – es ist für sie logisches und richtiges Verhalten. Ich wollte hier zwei Dinge erreichen: Zum einen wollte ich den Lesern zeigen, wo wir landen, wenn wir unsere Gesellschaft immer weiter nach Darwin ausrichten („Der ist zu dumm zum Arbeiten? Selbst schuld.“). Ich glaube nicht, daß viele diese Weltanschauung bis zu Ende denken. Evolutionsgläubige müßten ja eigentlich jubeln, wenn eine Tierart ausstirbt, weil wir uns als die Stärkeren erwiesen haben. „Juchhu, wir haben die Geparden verdrängt!“ Zum anderen wollte ich für mich selbst ausprobieren, was geschieht, wenn die zwei Konzepte aufeinanderprallen und es zum Kampf kommt. Kann die Feindesliebe gegen eine kriegerische, harte Gesellschaft bestehen? Das Ergebnis ist nicht so einfach und schmerzfrei gewesen, wie ich zunächst erhofft hatte.

EN: Was war für Sie die größere Herausforderung beim Verfassen des Buches – die Entwicklung des Plot, das Einarbeiten philosophischer/christlicher Themen oder die sprachliche Realisierung?

TM: Beim Plot hatte ich Schwierigkeiten, weil die lange Rückblende zu Beginn keine Cliffhanger ermöglicht. Andererseits sollten aber gleich die Außerirdischen auftreten. Ich mußte hier plottechnisch einen Kompromiß schließen.

EN: Im Buch werden ja viele verschiedene Themen angesprochen: Feindesliebe, aus dem Ruder geratene religiöse Traditionen, Technikfeindlichkeit, die Vereinbarkeit einer liebevollen Partnerschaft mit einer exponierten gesellschaftlichen Stellung und Vergebung, um nur einige zu nennen. Gibt es eine Hauptaussage, die Sie den Lesern des Buches vermitteln möchten oder verstehen Sie sich mehr als Denkanreger, der die Leser auf bestimmte Gedankengänge stoßen möchte?

TM: In erster Linie erzähle ich eine Geschichte. Das ist ja kein Unterricht, sondern eine Art Zeitreise, ein Vergnügen. Daß ich zum Nachdenken anregen will, steht außer Frage, aber ich möchte die Geschichte nicht auf eine Hauptaussage reduzieren. Am liebsten ist es mir, wenn jeder Leser selbst auf die Suche geht und seine eigenen Schlüsse zieht.

EN: Die Endphase des Romans wirkte auf mich ein wenig abrupt. Gab es eine längere Fassung der Geschichte?

TM: Nein. Ich bedaure, daß Ihnen das Ende zu plötzlich kam. Romanenden sind die schwierigste Aufgabe im Autorenberuf, glaube ich.

EN: Der C.S.Lewis-Preis bestand ja zu einem großen Teil in einer kreativen Zeit auf der Isle of Wight. Wofür haben Sie ihn genutzt und
was dürfen wir literarisch in Zukunft von Ihnen erwarten?

TM: Auf der Isle of Wight habe ich neben herrlichen Spaziergängen am Meer an einem neuen historischen Roman geschrieben. Darin geht es um einen Mann, der verzweifelt versucht, gut genug zu sein, um Gott zu gefallen. Und um den Kaiser, eine junge Frau, und jemanden, der bereits in einem berühmten historischen Roman die Hauptrolle spielt.

EN: Vielen Dank für das Interview.

TM: Gern geschehen!

Wer mehr über Titus Müller erfahren möchte, besucht am besten seine Webseite www.titusmueller.de!