Okt 02

Adrian Plass: Darky Green

Das neueste Buch meines Lieblingsautors fällt in mehrfacher Hinsicht aus der Reihe. Zum einen wird das gewohnte Umfeld eines christlichen Gemeinde-Kontextes erstmals verlassen. Zum anderen enthält es ungefähr so viele Schimpfworte und detaillierte Schilderungen grausamer Foltermethoden wie Pulp Fiction und zum dritten kommt stellenweise so etwas wie Spannung auf.

Der Inhalt:
Darky Green ist ein bemittleidenswerter, vom Schicksal mit einem abstossenden Äusseren versehen und aufgrund diverser Versäumnisse in seiner Kindheit komplexbeladener Mensch, der durch Zufall an viel Geld gerät und fortan eine Schlägertruppe unterhält. Als er sich durch Zufall für eine junge Frau interessiert und sich dieser ungeschickt nähert, geraten sie und ihre Freunde in die Schusslinie der Gang. Aus Mangel an Alternativen kidnappen die vier Freunde Darky und versuchen ihn durch Literaturstunden und Gespräche seine menschlichen Gefühle bewusst zu machen.

Meine Meinung:
Irgendwie bin ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden. Die ansatzweise vorhandene Spannung wird stets durch seitenlange Abschweifungen vernichtet. Die Handlung klingt teilweise wie aus einem schlechten Sozialpädagogen-Traumbuch und wirkt auch ungefähr so realistisch. Manche dieser Exkurse – die Plass-Lesern vom Stil her bekannt sein sollten – sind auch für sich genommen echte Perlen und sprechen teilweise sehr wichtige Dinge auf eine interessante Weise an. Aber innerhalb des Buches passen Sie einfach nicht zum Gesamtstil. Auch das Ende ist irgendwie nicht wirklich befriedigend. Hätte mir mehr erwartet…

Link zu einer Leseprobe bei www.adrianplass.de.
Link zum Bestellen des Buches bei Amazon.

Okt 01

Moviekritiken zu „V wie Vendetta“ und „Die weisse Massai“ online.

Dieses mal gibt es Moviekritiken zu zwei sehr unterschiedlichen Filmen:

In „Die weisse Massai“ geht es um eine naive Schweizerin, die sich Hals-über-Kopf in einen Massai-Krieger in Kenia verliebt und diesem in sein Dorf im Busch folgt. Vier Jahre bleibt sie dort, heiratet ihn, bekommt ein Kind und flieht als die kulturellen Unterschiede die Liebe aufgefressen haben.

In „V wie Vendetta“ geht es um ein fiktives totalitäres Regime, das in einem Großbritannien der Zukunft angesiedelt ist. Ein maskierter Mann („V“) verübt Anschläge auf Vertreter der Regierung und versucht das gesamte Volk zu einem Aufstand aufzustacheln, um die Verhältnisse zu verändern. Klingt ein bißchen nach Pubertät und kommt leider auch so rüber…

Sep 30

Barrierefreiheit im Internet (Kongressnachlese)

Das Thema Barrierefreiheit im Internet ist in Deutschland in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Bis gestern fand in Erlangen jetzt der erste Erlanger Webkongress zu diesem Thema statt. Der Kongress wurde vom Regionalen RechenZentrum Erlangen der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. An 2 Tagen gab es 24 Vorträge zu ziemlich vielen Aspekten des Themas. Ca. 200 Personen haben sich getroffen und damit einen relativ repräsentativen Querschnitt durch den Bereich deutschsprachiger Interessenten gebildet.
Ein gewisser Herr F hat heute einen Artikel gebloggt, in dem er auf eine bisher kaum berücksichtigte Interessengruppe hinweist: Dicke im Internet und deren Forderungen für mehr Barrierefreiheit – ein nicht ganz ernst zu nehmender Beitrag 😉

Sep 22

Sergej Lukianenko: Wächter des Zwielichts

Nachdem ich die beiden ersten Bände der selbsternannten Herr-der-Ringe-Konkurrenz aus Russland mit großer Begeisterung verschlungen hatte, kam jetzt der von mir langerwartete dritte Band: Wächter des Zwielichts. Die Story klingt etwas… nun ja… gewöhnungsbedürftig: Neben den Menschen gibt es noch „Andere“, die magische Fähigkeiten haben und teilweise unerkannt unter uns leben. Es gibt die Lichte und die Dunkle Seite und die neutrale Zwischeninstanz – die „Inquisition“. Über die Bänder hinweg erfährt man immer mehr über die Hintergründe, so dass ich hier nicht zu viel verraten möchte. Um das Gleichgewicht der Kräfte bzw. einen wackeligen Waffenstillstand zwischen beiden Seiten aufrecht zu erhalten wurden die Wachen gegründet – die Tagwache (die von Dunklen gestellt wird) und die Nachtwache der Lichten, die versuchen, die Aktivitäten der jeweils anderen Gruppe einzuschränken oder zumindest zu überwachen.
Was hebt das Buch jetzt von gängigen Büchern des Fantasy-Genre ab?

  • Zunächst mal die Tatsache, dass es tatsächlich spannend ist. So spannend, dass ich teilweise auf dem Weg zur Arbeit gebannt im Laufen weiterlesen musste.
  • Das Buch liest sich wie ein Spionage-Thriller. Bei den komplizierten Intrigen fällt es kaum auf, dass es hier um Fantasy geht.
  • Die Herkunft des Buches aus Russland wird an vielen Stellen deutlich. Die Schilderungen Moskaus (das den Schauplatz für die Bücher bildet), das Fehlen typisch amerikanischer Denkweise und Bezüge, ein paar europäische Verweise. All das lässt das Buch irgendwie „realistischer“ erscheinen, als so manches Buch aus den USA. (Falls man bei Fantasy überhaupt in Kategorien wie Realismus denken sollte)

Eigentlich dachte ich, dass nach diesem Band Schluss sein würde – doch am Ende wartete wieder der Hinweis auf den nächsten Band. Bin schon sehr gespannt…

Band 1: Wächter der Nacht
Band 2: Wächter des Tages
Band 3: Wächter des Zwielichts

Angekündigt ist bereits ein weiterer Band: Wächter der Ewigkeit – es gibt aber noch keine Bestellmöglichkeit.

P.S.: Es gibt auch einen Film zum Buch. Leider absolute Anti-Empfehlung. Teile des ersten und zweiten Bandes werden vermischt. Teilweise ist die Handlung ganz anders als im Buch – und zwar an wesentlichen Stellen. Dafür fragt man sich, wie man den Film verstehen soll, wenn man die Bücher nicht kennt. So vieles wird einfach nicht erklärt… Ganz schlecht.
P.P.S.: Auch ein Computerspiel zum Buch ist herausgekommen. Dazu kann ich leider kein Urteil abgeben.

Sep 14

Bridget und Adrian Plass: „Licht im Herzen der Finsternis“

Mein Lieblingsschriftsteller Adrian Plass und seine Frau Bridget engagieren sich seit einigen Jahren bei World Vision – einem Hilfswerk, das vor allem in Afrika aktiv ist. Im Rahmen dieser Tätigkeit haben die beiden eine Reise nach Afrika unternommen, um einige der Hilfsprojekte zu besichtigen. Über ihre Erfahrungen schreiben Sie in dem Buch „Licht im Herzen der Finsternis“, Untertitel „Erlebnisse und Erfahrungen in Afrika“.
Das Buch ist natürlich kein „normales“ Buch. Es ist kein Roman, es ist auch keine reguläre Reiseerzählung. Im Grunde genommen handelt es sich um einige Eindrücke und (wenige) Hintergrundinformationen. Es ist weder tiefernst, noch besonders humorvoll. Natürlich wird auch öfters für ein eigenes Einsteigen bei World Vision geworben, aber es wird auch begründet, warum es Sinn macht. Zu einigen Themen (z. B. wie konnte sich Aids in Afrika so schnell verbreiten) gibt es interessante Einblicke. Es ist kein Betroffenheits-Buch, sondern ein Hoffnungsbuch, das die Probleme nicht verschweigt aber zeigt, dass (noch) nicht alles verloren ist.
Eine kleine Leseprobe gibt es bei www.adrianplass.de,, der deutschen Fanseite, die von mir betrieben wird. Das Buch (223 Seiten) gibt es für 12,90 Euro u. a. bei Amazon über diesen Link. Auch durch den Kauf des Buches kann man die Arbeit von World Vision unterstützen.

Sep 10

Mario Puzo: The Sicilian

Puzo ist vor allem durch sein legendäres Buch „Der Pate“ und die Drehbücher zu den richtungsweisenden Filmen von Francis Ford Coppola bekannt geworden. Mit „Der Sizilianer“ gibt es eine – halb fiktive – Geschichte zu einer sagenumwobenen Figur Siziliens: Salvatore Giuliano. Er führte offensichtlich im Nachkriegs-Sizilien einen blutigen Guerilla-Kampf gegen den Staat, die Polizei und die örtliche Mafia, was ihm gegen Ende das Genick bricht. Er versteht sich anfangs als moderner „Robin Hood“, der von den Reichen nimmt und die Erlöse teilweise an die Armen weitergibt, muss sich jedoch gegen Ende eingestehen, dass er niemandem mehr Freiheit gebracht und oft genug nur in die eigene Tasche gewirtschaftet hat.

Das Buch spielt kurz vor Michael Corleones Rückkehr aus dem sizilianischen Exil in die Vereinigten Staaten. Erzählt wird in Rückblenden und aus der Sicht verschiedener Akteure, so dass sich langsam das gesamte Bild ergibt. Inhaltlich steht das Buch deutlich hinter dem Paten zurück, kann seine Komplexität und seine Klasse nicht erreichen. Erzählerisch gibt es jedoch nichts daran auszusetzen. Das Buch ist angenehm zu lesen (wenn auch teilweise etwas weitschweifig) und bietet eine nette Zusatzgeschichte zur Geschichte des Paten.

Bei Amazon auf englisch und deutsch zu haben. Es gibt auch eine Verfilmung des Stoffes auf DVD, die allerdings alles andere als gut zu sein scheint.

Sep 08

Guter Offline-Service – das Erfolgsgeheimnis guter Online-Shops

Was macht einen erfolgreichen Online-Shop aus? Meiner Meinung nach nicht nur ein einfach und intuitiv zu bedienender Webauftritt, sondern auf Dauer vor allem ein verlässlicher Offline-Service. Denn wenn man das Gefühl hat, bei Problemen im Stich gelassen zu werden, dann kauft man dort einfach nicht mehr ein.
Positives Beispiel: Amazon. Die Ausgangslage: Länger im Urlaub gewesen. In der Zeit ist ein Päckchen mit 3 Büchern gekommen. 3 Wochen danach holt man das ganze beim Nachbarn ab und – dummerweise – hat die Post anscheinend Mist gebaut. Der Karton sieht etwas komisch aus, wird von einer seltsamen Packschnur zusammengehalten und enthält dummerweise nur 1 der 3 Bücher. „Wie soll ich jemals beweisen, dass
a) da tatsächlich nur 1 Buch drin war und
b) ich das Päckchen erst heute bekommen habe?“ fragt mich da mein geschultes Servicewüsten-Gehirn. Die gute Nachricht: Brauch ich gar nicht! Ich gehe auf die Webseite von Amazon, gebe an, dass ich zurückgerufen werden möchte (=keine Kosten für mich!), warte eine Viertelstunde und habe jemand am Hörer. Ich gebe meine Bestellnummer an und schildere kurz den Sachverhalt. Die einzige Nachfrage: „Welches Buch war denn drin?“. Und dann noch die Zusicherung, dass ich die anderen noch mal zugeschickt bekomme. Ein echtes 2-Minuten-Gespräch. Wow. Da kauf ich gerne wieder ein.

Sep 07

Wunderschönes Märchen über Suchmaschinenindizierung

Ein Suchmaschinenrobot will nach einem harten Arbeitstag nur noch ein Bierchen trinken. Da kommt dieser yuppige Webdesigner-Fuzzi und labert ihn blöd von der Seite an… und was dann kommt ist unterhaltsam und lehrreich. Nachzulesen unter www.woodshed.de/publikationen/dialog-robot.html.
Eigentlich Pflichtlektüre für alle, die immer noch nicht glauben wollen, dass Flash nicht alles ist. Oder wissen wollen, warum ihre Seite nicht in Suchmaschinenergebnissen auftaucht. Oder einfach nur mal gepflegt Nerd-like ablachen wollen.